Abenteuer mit Aha-Effekt

Kinder sind ein dankbares und gleichzeitig anspruchsvolles Publikum, wenn es um Geschichten geht. Viele Eltern stehen deshalb vor der schwierigen Aufgaben den Sprösslingen spannende und schlaue Unterhaltung zu bieten – ohne mit dem pädagogischen Zeigefinger zu langweilen oder mit Mord und Totschlag zu verrohen. So auch Matthias Arnold, Vater von zwei Söhnen. Der Oranienburger hat aus der Not eine Tugend gemacht und eine Hörspielreihe für seine und andere Kinder ins Leben gerufen:

In „Leo und die Abenteuermaschine“ reist Leo, ein schlauer Löwe, quer durch Raum und Zeit zu wichtigen Ereignissen der Menschheitsgeschichte. Von der Urzeit über die Tiefen der Weltmeere, in arktischer Kälte oder luftiger Höhe – der Löwenjunge lernt bei seinen Abenteuern historische Persönlichkeiten, Dinosaurier, große Komponisten, Forscher und Entdecker kennen. Dabei geht er spielerisch Fragen auf den Grund, die Kinder faszinieren und denen sicher auch mancher Erwachsene noch etwas abgewinnen kann. Für dieses gleichermaßen ambitionierte wie wunderbare Projekt konnte Matthias Arnold prominente Stimmen gewinnen. Auch wir sind ganz begeistert und haben deshalb nachgehakt:

BLO: Was ist dieser Leo für ein Typ?

Matthias Arnold: Leo ist selbst noch ein Kind, wenn auch eins mit Löweneltern. Und wie die meisten Kinder ist auch dieses Löwenjunge ziemlich neugierig. Leo möchte alles wissen und scheut sich nicht zu fragen. Er schreckt vor nichts zurück, um seinen enormen Wissenshunger zu stillen. Und er liebt  Abenteuer. Quasi ein junger Indianer Jones im Löwenfell…

BLO: Wie sind Sie auf diese wunderbare Idee gekommen?

Matthias Arnold:  Als mein Erstgeborener, Tobias,  3 Jahre alt wurde, fing er an, mir Löcher in den Bauch zu fragen. Zum Beantworten nahm ich irgendwann einmal eine Handpuppe zu Hilfe. Der schlaue Löwe Leo konnte alles besser erklären als ich. [lacht] Da ich und Leo nicht immer zur Stelle sein können und mein Sohn Hörspiele liebt, lag der nächste Schritt nahe. So wurde „Leo und die Abenteuermaschine“ geboren.

BLO:  Und dann haben Sie einfach angefangen Hörspiele zu produzieren?

Matthias Arnold: So ungefähr. Ich bin selbst riesiger Hörspielfan und habe mehrere Hundert CDs in meiner Sammlung. Auf der Suche nach Hörspielen für meinen Sohn bin ich jedoch immer auf dasselbe Problem gestoßen: Entweder sind sie niedlich und belanglos oder es wird zu viel geschrien und geflucht. Es gibt wenige Geschichten, die meinem Kind einen echten Mehrwert bieten. Ich finde, ein Hörspiel sollte die Fantasie beflügeln und zum „um die Ecke denken“ anregen. Das können Kinder nämlich – man muss sie nur lassen. Kinder sollten nicht nur kindgerecht, sondern auch gut unterhalten werden. Bestenfalls sind sie nach einem Hörspiel  schlauer als zuvor.

BLO:  Geht dieses ehrgeizige Ziel bei Leo und seiner Abenteuermaschine auf?

Matthias Arnold

Matthias Arnold: Wenn ich die Zuschriften von Eltern anschaue, die berichten, wie ihre Kinder gebannt vor dem CD Player sitzen und später voller Freude von ihren Erkenntnissen aus den Geschichten berichten, glaube ich  das schon. Neben dem positiven Feedback von allen Seiten spornen mich aber vor allem meine beiden Söhne an, weiter zu machen und immer besser zu werden.

BLO: Die beiden sind sicher die größten Fans von Leo…

Matthias Arnold: Auf jeden Fall! Tobias ist mittlerweile 5 Jahre alt und noch immer von Leo begeistert. Er hört sich die CDs zum gefühlt hundertsten Mal an. Elias, sein kleiner Bruder, ist zwar erst zwei Jahre alt und freut sich aber auch schon jedes Mal, wenn Leo in seine Maschine steigt. Auch wenn er die Geschichten sicher noch nicht versteht, johlt und quiekt er dann vor Freude. Tobias lese ich die Geschichten testweise vor, bevor ich sie einsprechen lasse. Er gibt mir  dann Ratschläge und sagt, was er nicht versteht . Er ist nicht nur Leos größter Fan, er verleiht  auf der dritten CD dem kleinen Affen sogar seine Stimme.  Und das hat er richtig gut gemacht!

BLO:  Wen kann man denn sonst noch in den Geschichten hören?

Charles Rettinghaus

Matthias Arnold: Ich habe wunderbare Sprecher für das Projekt gewinnen können. Allen voran Sprecherlegenden wie die bezaubernde Irina von Bentheim, die unter anderem Carrie Bradshaw aus „Sex and the City“ oder Claire Underwood aus „House of Cards“ spricht. Oder Charles Rettinghaus, die deutsche Stimme von Robert Downey Junior. Oder die Sängerin Katrin Zierof und der begnadete Hubert Burczek, um nur einige zu nennen. Sie alle konnte ich glücklicherweise mit meiner Begeisterung für das Projekt anstecken. Ich kann gar nicht sagen, wie unendlich dankbar ich bin, dass sie mit an Bord sind. Sie haben einen fabelhaften Job gemacht! Und mittlerweile ist Leo für alle Beteiligten genauso zur Herzensangelegenheit geworden wie für mich selbst.

BLO: Was macht Ihnen bei der Arbeit an dem Projekt besonders Spaß?

Matthias Arnold: Ganz klar: das Ausdenken der Geschichten. Mich gedanklich in das Zeitalter ,an die fernen Orte und in die Personen zu versetzen – das ist eine wahre Freude. Wenn ich nur auch so eine Abenteuermaschine hätte. [lacht] Aber auch die Aufnahmen im Tonstudio machen riesigen Spaß – wenn das geschriebene Wort durch all diese talentierten Menschen zum Leben erwacht. Aber das  Allerbeste sind und bleiben die Gesichter meiner Kinder, wenn sie eine neue CD in den Händen halten.

BLO: Apropos neue CD – wie geht es mit Leo weiter?

Matthias Arnold: Leo hat 2017 viel vor! Zur Zeit sind vier neue Geschichten geschrieben, die bald in die Vertonung gehen. 3 Monate später erscheint dann eine neue, die vierte, CD. Diesmal reist Leo zu Albert Einstein, der die Abenteuermaschine verbessern wird, zu den Indianern und auf den Mond. Außerdem erwartet ihn das bisher wohl größte Abenteuer … aber davon wird hier noch nichts verraten. Auch ein erstes Leo-Buch ist geplant, was ich zusammen mit meiner begabten Grafikerin Jennifer Scharf entwickele. Da ich größtenteils jedoch alles allein mache – Schreiben, Produzieren, Regie führen, Vermarktung und so weiter –, brauchen die Dinge ihre Zeit…

BLO: In diesem Sinne, wollen wir Sie nicht länger aufhalten, bedanken uns für das nette Gespräch und wünschen noch ganz viel Erfolg mit diesem tollen Projekt.

 

Text: Manuela Mehnert
Bild: Matthias Arnold

 

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