Ades Zabel, Currywurst, Curry36

Auf eine Currywurst mit … Ades Zabel

Die Currywurstbude am Mehringdamm ist die Stammadresse von Ades Zabel. Gleich nebenan im BKA-Theater gehört der Schauspieler zum Inventar. In seiner Paraderolle als Edith Schröder, einer eingeschweißten Neuköllner Hartz IV-Empfängerin, nimmt er hier seit Jahren Berliner Befindlichkeiten und die mal herzlichen, mal harten Seiten der Hauptstadt auf die Schippe. Doch auch vor der Kamera, als DJ und Stadtführer macht der 53-Jährige mit und ohne Pumps eine gute Figur. Wir haben ihn zwischen den Proben für das neue Stück „Fly, Edith, Fly – Vom Ballermann zum BER“ getroffen.

BLO: Mit Darm oder ohne?
Ades Zabel: „Lieber mit. Das ist dann gegrillt irgendwie ein bisschen krosser.“

Kochen oder bekochen lassen?
Zabel: „Ich koche sehr gerne selber! Meine Spezialität sind bodenständige Sachen wie Eintopf oder Buletten mit Kartoffelpüree. Meine Eltern haben beide gekocht. Das war damals ja noch relativ ungewöhnlich, dass auch der Vater in der Küche steht. Ich wurde damals schon immer angehalten: ‚Guck mal zu, so geht das …’ und bin dann dabei geblieben. Gerade in den letzten Jahren habe ich mir darüber hinaus viel selbst beigebracht.

Das Tolle ist, jetzt habe ich einen Freund, mit dem ich total gut zusammen kochen kann. Auf geheimnisvolle Weise können wir von Anfang an super zusammen an der Küchenzeile agieren, ohne uns in die Haare zu kriegen. Das ist ja auch eher ungewöhnlich. [lacht]

Wenn ich doch mal essen gehe, dann sehr gerne Thailändisch. Ich wohne im Friedrichshain, da gibt es fast zu viele asiatische Restaurants. Lemon Leaf am Boxhagener Platz lohnt sich aber, die haben auch ein bisschen was Ungewöhnliches. Sonst esse ich ab und zu auch gerne mal was Hochwertiges. Ich war neulich zum Beispiel mal im Glass in Wilmersdorf, das war toll. Aber da zahlt man natürlich ordentlich mit Weinbegleitung.“

Futschi oder Bier?
[Futschi trinken gehört zu Edith Schröders Pflichtprogramm auf der Bühne.]
Zabel: „Am liebsten trinke ich eigentlich Wein. Futschi gibt es nur aus beruflichen Gründen.“ [lacht]

Leggins, Make-up oder Pumps – was verwandelt dich am schnellsten in Edith Schröder?
Zabel: „Lustigerweise funktioniert es am besten über Absätze. Wenn ich mal was spiele in flachen Schuhen, das ist immer ganz komisch, da muss ich mich sehr konzentrieren. Wegen meines Rückens darf ich heute aber nicht mehr ganz so hohe Schuhe tragen.“

KaDeWe oder Karstadt am Hermannplatz?
[Im Kaufhaus des Westens hat Zabel eine Ausbildung zum Verkäufer gemacht, Karstadt ist ein regelmäßiger Schauplatz in seinen Stücken.]
Zabel: „Beides wurde inzwischen so oft umgebaut, da kenne ich mich nicht mehr gut aus. Im KaDeWe weiß ich eigentlich nur noch, wo die Lebensmittelabteilung ist.“

Neukölln oder Friedrichshain?
Zabel: „Siebeneinhalb Jahre in Neukölln waren für mich einfach genug. Klar hat sich da viel verändert, aber eigentlich beschränkt sich das auf ein paar Straßen. Anderswo ist es immer noch so prollig und assi wie damals. Wenn du morgens auf dem Weg zum Bäcker das 100. Mal jemanden an der Straße pinkeln siehst, hast du da auch irgendwann genug von. Heute lebe ich in einem der Stalin-Bauten in der Frankfurter Allee. Dort habe ich eine tolle Wohnung und würde dort am liebsten für immer bleiben.“

Kurfürstendamm oder Alexanderplatz?
Zabel: „Ich unterscheide zwar immer noch sehr schön in Ost und West – wenn ich von zuhause ins BKA fahre, sage ich scherzhaft immer, ich fahre in den Westen – ansonsten gibt es aber keine echte Mitte. Stattdessen einfach viele Ecken, an denen man sich wohl fühlt. Am Ku’damm bin ich mittlerweile so selten, dass er mir fremd ist, obwohl ich aus dem Westen komme. Dort wirkt alles irgendwie künstlich, wie eine Shopping-Gegend, wo sonst nicht mehr viel ist.“

Grunewald oder Balkon?
Zabel: „Weder noch. Wenn ich den Frühling genießen will, fahre ich raus aufs Land. Ich habe ja ein Haus in der Uckermark. Das Haus steht in einem Dorf mit Bahnanschluss. Was für jemanden wie mich ohne Führerschein natürlich praktisch ist.

Das ich dort gelandet bin, war Zufall. Ein Freund von mir, der früher eine Bar im Friedrichshain besaß, hat dort vor ein paar Jahren einen Bauernhof gekauft. Im Ort standen relativ viele Häuser leer und ich hatte geerbt und dachte mir, statt bei ihm unterzukommen, kann ich auch was eigenes kaufen. Unsere Nachbarn sind nett und bewirtschaften noch einen kleinen Acker und halten Schweine. Wir selbst haben zwar auch einen Gemüsegarten, der aber natürlich relativ vernachlässigt ist. Nur Kürbisse und Kartoffeln, das geht auch wenn wir mal länger weg sind.“

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © XAMAX

 

Info

Das Neuköllnical „Fly, Edith, Fly“, in dem Edith vor den Hipstern in ihrem Kiez flieht und als Testerin am BER anheuert, feiert am 29. Juni Premiere. Vorher sind Edith und ihre Freundinnen Jutta und Biggy weiterhin als „Die wilden Weiber von Neukölln“ unterwegs. Alle Infos zum Spielplan finden Sie hier!

Curry 36
Filiale Mehringdamm
Mehringdamm 36
10961 Berlin
Telefon: 030 25800 88336
Öffnungszeiten täglich 9 bis 5 Uhr

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