Currywurst, Curry36, Berlin, Gustav Peter Wöhler

Auf eine Currywurst mit … Gustav Peter Wöhler

Vor der Kamera und auf der Bühne lässt Gustav Peter Wöhler Humor und Tragik scheinbar spielerisch Hand in Hand gehen. Zahlreiche Engagements, unter Regisseuren wie Peter Zadek oder Frank Castorf am Schauspielhaus Hamburg, sein Einsatz als kleiner König Dezember am Berliner Schlossparktheater oder seine zahlreichen Fernsehauftritte, beispielsweise als verbitterter Jugendfreund im Film Wir sind die Neuen, haben bei vielen Zuschauern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Trotzdem treffen wir an der Currywurstbude auf einen leisen, fast schon zurückhaltenden 60-Jährigen, der in seiner langen Karriere als Schauspieler, Musiker und Hörspielsprecher allen Star-Allüren getrotzt zu haben scheint.

BLO: Mit Darm oder ohne?
Wöhler: „Ich brauche es irgendwie mit Darm. Da muss was rum, dann ist es knackiger.“

Fischbrötchen oder Currywurst?
[Gustav Peter Wöhler lebt mit seinem Lebenspartner Albert Wiederspiel abwechselnd in Hamburg und Berlin-Charlottenburg.]
Wöhler: „Currywurst! Fischbrötchen nur in Ausnahmefällen. Ich sag mal so, wenn ich am Fischmarkt bin und ein gutes Fischbrötchen sehe, dann esse ich das auch. Aber eine Currywurst geht immer, auch mal zwischendurch.“

Savignyplatz oder Reeperbahn?
Wöhler: „Auch hier sage ich: Savignyplatz. Weil ich die Reeperbahn nicht so mag. Und der Savignyplatz ist ein Sammelsurium. Der Kiez hat irgendwie noch sowas Ur-Berlinerisches, das mag ich. Neben dem Lietzensee ist der Savignyplatz einer meiner liebsten Berliner Orte.

Generell kenne ich mich in Hamburg aber immer noch besser aus. Dort lebe ich ja schon seit 1982. Nach Berlin bin ich erst später gekommen, durch Freunde und meinen Mann, der lange hier gelebt hat. Gerade war ich zum ersten Mal drei Monate am Stück in der Stadt. Normalerweise kommen wir immer am Wochenende her, manchmal für eine Woche am Stück.“

Beatles oder Rolling Stones?
Wöhler: „Das waren bei mir schon immer die Beatles. Aber im aktuellen Programm zum Album Shake A Little [die Tour 2017 startet am 29. März und macht am 12. Juni Station in Berlin, Anm. d. Red.] haben wir auch ein Stück von den Rolling Stones dabei. Ansonsten liebe ich Richard & Linda Thompsen, Joni Mitchell oder den frühen Elton John …“

Mikrofon oder Fernsehkamera?
Wöhler: „Mikrofon! Aber mich alleine hinzustellen, das bringt nichts. So gut ist meine Stimme dann auch wieder nicht.

Eigentlich wollte ich gar nicht Schauspieler werden, sondern Sänger und Entertainer. Aber nur durch die Schauspielerei habe ich überhaupt meine tolle Band kennengelernt. Das war vor etwa 18 Jahren am Theater in Hamburg. Da gab es ein Programm, bei dem ich so ein Beatles-Medley gesungen habe. Und da kam meine heutige Band zum Einsatz. Spaßeshalber haben wir uns danach zusammengesetzt und gemuckt. Dabei kam die Idee zustande, das mal öffentlich zu machen – in der Kantine vom Schauspielhaus in Hamburg. [lacht]“

Barfuß oder Lackschuh?
Wöhler: „Das kommt echt auf den Umstand an. Ich mache mich gerne schick. Dann kann ich gerne Lackschuhe tragen zum Smoking. Ich kann aber genauso gut in Jeans, T-Shirt und Turnschuhen am Strand rumlaufen.

Was das Einkaufen angeht, bin ein sogenannter Flaneur. Ich kann sowohl in Berlin als auch in Hamburg gut einkaufen und habe sogar schon in Braunschweig etwas zum Anziehen gefunden. [lacht] Berlin hat was das Modische angeht natürlich eine viel größere Auswahl. Nur ich bin in einem Alter, in dem man schon eher ein gesetzter Herr ist. Ich kann nicht einfach in die Regale greifen. In Hamburg habe ich ein paar Adressen, da bin ich einfach gut aufgehoben.“

Paul Lincke oder Peter Quilter? 
[Im Tipi am Kanzleramt stand Gustav Wöhler gerade als Prinz Sternschnuppe im Lincke-Stück Frau Luna auf der Bühne. Am 28. März findet die deutschsprachige Erstaufführung von Quilters 4000 Tage im St. Pauli Theater Hamburg statt.]

Wöhler: „Mir als Schauspieler ist der Quilter näher. Der hat einfach mehr zu bieten. Prinz Sternschnuppe ist ein großer Spaß, ich kann tanzen und singen, das liegt mir sehr. Aber meine Figur bei Quilter ist sehr viel intensiver. Humor und Tragik – beides ist drin.“

Ostsee oder Mittelmeer?
Wöhler: „Ich bin eher so der Nord- und Ostseetyp. Aber mein Mann ist ein Reisender. Der hat mich zum Beispiel schon nach Sao Tomé, eine kleine Insel bei Gabun, gebracht.

Aufgrund unserer Recherchen hat dort übrigens Maria Schrader ihren Stefan Zweig-Film „Vor der Morgenröte“ gedreht. Sie suchte so alte portugiesische Villen und wir haben ihr den Tipp gegeben.“

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Bild: © XAMAX

 

Info

Curry 36
Filiale Mehringdamm
Mehringdamm 36
10961 Berlin-Kreuzberg
Telefon 030 2580088336
Öffnungszeiten täglich 9 bis 5 Uhr

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