Marion Kracht, Curry36, Currywurst

Auf eine Currywurst mit … Marion Kracht

Schauspielerin Marion Kracht steht seit Kindertagen vor der Kamera. Vor allem ihre Rolle in der Familienserie „Diese Drombuschs“ in den 80er Jahren ist vielen Fernsehzuschauern bis heute in guter Erinnerung. Doch auch ihr soziales Engangement hat Marion Kracht viel Respekt und Anerkennung eingebracht. Seit Jahrzehnten engagiert sich die heute 54-Jährige für Hilfsbedürftige im In- und Ausland,  für den Klimaschutz und die Rechte der Tiere. Wir haben Marion Kracht auf eine vegetarische Currywurst am Mehringdamm eingeladen.

Vegetarisch oder vegan?
Marion Kracht: „Ich ernähre mich seit mehr als 25 Jahren vegetarisch, esse aber auch keine Kuhmilchprodukte und so gut wie keine Eier. Wenn, dann muss man wirklich gucken, wo die herkommen. Vegetarische Würste, die mit Eiklar gemacht werden, sind für mich deshalb auch nicht erste Wahl. Lieber esse ich wie hier Würste aus Seitan. Ich finde es aber generell gut, dass man heute, wenn man Lust auf eine vegetarische Currywurst hat, die an vielen Stellen auch bekommt. Meine Jungs [Marion Kracht hat zwei Söhne, Anm. d. Red.] sind ebenfalls Vegetarier – die essen aber auch gerne mal einen Döner oder eine Currywurst. Da ist so ein Angebot dann natürlich toll.“

Kochen oder bekochen lassen?
Kracht: „Definitiv kochen. Ich habe ja auch schon zwei Kochbücher geschrieben, in denen wirklich alle Rezepte zuhause erprobt worden sind. Wenn Fleischesser zu Besuch kommen, mache ich besonders gerne einen vegetarischen Sauerbraten aus Seitan. Oder auch eine Bolognese ohne Fleisch. Die habe ich übrigens schon vor 15 oder 20 Jahren kennengelernt. An einer Raststätte bot ein Koch aus Kostengründen Spaghetti alla Bolognese mit Sojafleisch an. Total fortschrittlich. In meinem zweiten Kochbuch sind noch mehr solche Geschichten versammelt, die ich selbst so erlebt habe.

Wenn ich auswärts essen gehe, dann gerne ins Lucky Leek, das ist ein sehr gutes veganes Restaurant in Prenzlauer Berg. Bei mir im Kiez kann ich das Chay Village empfehlen, ein vietnamesisch-vegetarisches Restaurant. Dort ist der Andrang mittlerweile so groß, dass man häufig nur noch mit Reservierung einen Tisch bekommt.“

Alexanderplatz oder Kurfürstendamm – wo schlägt das Herz der Stadt?
Kracht: „Dann eher Kurfürstendamm, weil ich den Alex einfach nicht so schön finde. Generell erlebe ich aber eher den Gendarmenmarkt als Zentrum der Stadt.

Für mich persönlich ist der Lebensmittelpunkt natürlich Schöneberg. Als ich nach der Wende aus München weg wollte, war es Zufall, dass ich genau dort gelandet bin. Es war einfach bei Freunden im Haus eine Wohnung frei. Heute ist das mein Viertel, aus dem ich gar nicht mehr weg will. Ich finde einfach die Mischung toll, es ist nicht elitär und gibt von allem etwas.“

Auto, Fahrrad oder S-Bahn?
Kracht: „Fahrrad, außer wenn es in Strömen regnet. Dann ist das mit Röcken und Kleidern schwierig. Ich bin aber auch schon zu Premierenveranstaltungen geradelt. Ein Auto haben wir vor allem deshalb, weil mein Mann als Architekt das braucht. Die Kinder sind ebenfalls begeisterte Radfahrer. Zum RAW-Gelände oder zum Gendarmenmarkt zum Beispiel kann man tolle Touren machen. Bisher hatte ich auch Glück: Mein Rad ist mir erst einmal geklaut worden.“

Winterfeldtmarkt oder Bioladen?
Kracht: „Als meine Söhne noch kleiner waren, bin ich immer auf den Winterfeldtmarkt gegangen, weil das auch ein toller Spaziergang war mit dem Kinderwagen. Jetzt habe ich einen Bio-Lieferservice, der mir die Sachen vom Hof direkt vor die Haustür stellt.“

Grunewald, Balkon oder eigener Garten?
Kracht: „Ich habe das große Glück, eine wunderschöne Terrasse zu haben. Neben Blumen baue ich dort auch ein bisschen Gemüse an: Tomaten, Okra, Bohnen, Zucchini, Wassermelonen. Was sehr gut geht, sind übrigens auch Austernpilze, die kann man toll im Kasten züchten. Mein Mann läuft allerdings oft im Grunewald und ich fahre dann einfach mit dem Fahrrad nebenher.“

Ostsee oder Indien?
Kracht: „Mich zieht es immer in die Wärme. Das ist ökologisch zwar nicht so toll und ich würde jetzt keinen Wochenend-Trip machen nach Südafrika. Aber wenn es geht, unternehme ich weite Reisen. Neulich war ich allerdings für eine Lesung in Boltenhagen an der Ostsee und das war traumhaft schön – da war ich sogar selber joggen. [lacht] Durch den Klimawandel werden die Sommer bei uns auf lange Sicht ja leider auch immer wärmer.“

Verzicht auf Plastiktüten oder vegane Schuhe – womit kann man die Welt ein Stückchen besser machen?
Kracht: „Mit Plastiktüten, ganz klar. Die sind einfach die größte Katastrophe und gehören eigentlich verboten. Vegane Schuhe sind schwierig, die bestehen nämlich auch ganz oft selbst aus Plastik. Das ist nicht nur unschön für die Füße, sondern eben auch wieder für die Umwelt.

Ich persönlich backe ohne Eier. Wo ich nicht konsequent bin, das ist im Ziegen- und Schafskäse-Bereich. Bisher finde ich es schwierig, einen leckeren veganen Käse zu finden. Aber da muss man halt ausprobieren. Die erste Soja-Milch war auch zum Abgewöhnen. Aber heute gibt es so viele Sorten, da findet jeder etwas Passendes. Man sagt ja auch nicht: ‚Ich esse nie wieder Fleisch!‘, nur weil einem eine Sorte mal nicht geschmeckt hat.“

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © XAMAX

 

Info

Curry 36
Filiale Mehringdamm
Mehringdamm 36
10961 Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030 25800 88336
Öffnungszeiten täglich 9 bis 5 Uhr

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