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Auf eine Currywurst mit … Ralph Morgenstern

Nach über 35 Jahren als eingefleischter Kölner entschloss sich Multitalent Ralph Morgenstern 2013 zum Umzug in die deutsche Hauptstadt. Seitdem ist viel passiert im Leben des 61-jährigen Schauspielers. Wir haben ihn in seiner Wahlheimat Charlottenburg auf eine Currywurst eingeladen und über den langen Weg nach Berlin, das Fliegen mit Hund und die Vorteile einer Eigentumswohnung unterhalten.

Mit Darm oder ohne?

Ralph Morgenstern: „Ohne. Dabei wusste ich früher gar nicht, dass es das gibt. Ich komme ja aus dem Ruhrgebiet. Damals gab es nix ohne Darm. [lacht] Heute esse ich lieber ohne, weil ich finde, dass der Darm durch das Fett irgendwie so eine komische Konsistenz bekommt.“

Kochen oder bekochen lassen?

Morgenstern: „Ich bin ja beruflich bedingt immer sehr viel in Restaurants oder an solchen Imbissbuden zu Gast. Deshalb ist Kochen für mich dann der super Luxus. Anders gesagt: Essen gehen ist Business aber privat kochen mit Freunden ist das Größte. Was ich gerne mache, ist zum Beispiel Boeuf bourguignon, also Gulasch in Rotwein. Der Name kommt vom Burgunder, aber man kann das auch mit jedem anderen Rotwein oder sogar mit Traubensaft kochen.

Abgesehen davon liebe ich das Marjellchen in der Mommsenstraße. Wenn man deftige Hausmannskost und ein wirklich familiäres Ambiente haben möchte, ist es dort einfach super. Und dann mag ich noch das Golvet sehr. Das ist ein toller Platz mit einem fantastischen Blick und das Essen ist auch super.“

Berlin oder Köln?

Morgenstern: „Ich lebe jetzt seit 2013 in Berlin. Vorher bin ich aber schon elf Jahre lang aus beruflichen Gründen jede Woche gependelt zwischen Köln und Berlin. Die Frage, hierher zu ziehen, hat sich damals nie gestellt. Familie, Freunde, alles war ja in Köln und Umgebung. Aber dann kam alles zusammen: Mein damaliger Partner wurde von Köln nach Berlin versetzt, ich habe drei Stücke in Folge am Renaissance Theater gemacht und mein bester Freund Dirk Bach ist gestorben. Damals geriet viel in Bewegung.

Heute fühle ich mich in Berlin schon ziemlich zuhause. Ich kenne die Stadt ja auch in allen Aggregatzuständen. Mit Mauer, ohne Mauer, während des Mauerfalls … Damals empfand ich Berlin als sehr krass und anstrengend. Es ist ganz viel entstanden, aber es gab auch starke Reibereien. Während ich gependelt bin, habe ich schon in verschiedensten Teilen der Stadt gewohnt, zum Beispiel am Gendarmenmarkt oder in Charlottenburg am Schloss. Heute lebe ich am Ku’damm, das hat sich 2013 angeboten, weil ich weil ich gerne in der Nähe vom Arbeitsplatz, also dem Renaissance-Theater, wohnen wollte. Alternativ hätte ich mir eine Wohnung auf der Karl-Marx-Allee vorstellen können. Aber jetzt bin ich hier in dieser Gegend und möchte auch nicht mehr weg. [lacht]“

Haus am See oder Altbau in der Stadt – wo lebst du in zehn Jahren?

Morgenstern: „Das kann ich schon genau sagen: In zehn Jahren habe ich eine Wohnung am Charlottenburger Spreeufer. Die habe ich nämlich gerade gekauft. Als Künstler muss man im Alter mietfrei wohnen können, mit der sozialen Absicherung ist es ja nicht so gut bestellt.“

Schallplatte oder Spotify?

Morgenstern: „Bevor ich nach Berlin gekommen bin, habe ich fast meine ganzen Vinyl-Schallplatten verkauft. Damit umzuziehen, ist einfach eine Strafe. Ich hatte bestimmt 1500 bis 1800 Schalplatten – und die in 15 Jahren gefühlt nicht einmal aus dem Keller geholt. Denn eigentlich bin ich in punkto Musikhören sehr modern; mit iPhone und Sonos-Box komme ich gut aus.

Ansonsten habe ich im Beruf natürlich den Luxus, dass ich ganz viel Live-Musik um mich habe. Das ist sowieso das Allerbeste. In einer Sekunde entsteht – auch durch die Verbindung mit dem Publikum – eine Nummer, die einzigartig ist. Das ist wahnsinnig vergänglich und gerade deshalb so schön. Im Konzert fange ich auch immer gleich an zu heulen, einfach weil ich den Moment so toll finde.“

Hund oder Katze?

Morgenstern: „Hund. Mein Mops ist allerdings im letzten Sommer mit 16 Jahren gestorben. Eine kleine schwarze Hündin, die ich als Welpe bei einer Züchterin in der Nähe von Grömitz selbst ausgesucht hatte. Sie war seitdem immer bei mir. Als sie starb, war ich natürlich unglaublich traurig. Andererseits, das gebe ich zu, genieße ich auch die Entlastung sehr. Da ich ja beruflich ständig unterwegs bin, gab es immer viel zu organisieren. Darf sie mit ins Hotel? Sind in dem Restaurant Hunde erlaubt? Welche Sachen schleppe ich mit für schlechtes Wetter? Wie teuer ist der Flieger? Zum Teil ist der Mops teurer geflogen als ich … Irgendwann zieht sicher wieder ein Hund ein, aber erstmal nicht.“

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © XAMAX

 

Info

Sie möchten Ralf Morgenstern in Berlin live erleben? Ende Juni ist er im Stück „Im weissen Rössl“ am Renaissance Theater zu sehen, im November am gleichen Haus in „Der nackte Wahnsinn“.

Curry 36
Filiale am Bahnhof Zoologischer Garten
Hardenbergplatz 9
10623 Berlin
Öffnungszeiten täglich 8:00 – 5:00 Uhr

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