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Auf eine Currywurst mit … Sebastian Czaja

Er ist der Fraktionsvorsitzende der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus. Kämpft für die Offenhaltung des Flughafens Tegel. Und will liberale Werte zurück auf die Regierungsbühne bringen. Doch was für ein Typ ist dieser Sebastian Czaja eigentlich? Wir haben den jungen Familienvater abseits der politischen Bühne am Mehringdamm auf eine Currywurst getroffen.

BLO: Mit Darm oder ohne?
Sebastian Czaja: „Lieber ohne. Ich stelle mich schon einmal auf die drohende Mangelwirtschaft unter Rot-Rot-Grün ein. Generell liebe ich Currywurst. Gerade wenn ich mal am Wochenende unterwegs bin. An Döner bin ich nie rangekommen. Ist zwar lecker, aber man bekleckert sich immer.“

Kochen oder bekochen lassen?
Czaja: „Frühstück machen. Und ansonsten alles drumherum. Schnippeln, Tisch decken und dekorieren. Gerne auch abräumen – damit bin ich meiner Frau sogar oft zu schnell. Wenn ich koche, dann höchstens mal Risotto.“

Discounter oder Bio-Markt?
Czaja: „Ich finde die fortschreitende Digitalisierung total spannend. Und gerade teste ich alle Lieferanten durch. Von Ketten bis zu den jüngsten Start-ups. Früher sind wir immer einmal die Woche zusammen einkaufen gegangen. Jetzt schaffen wir das gerade nicht mehr, denn wir haben seit acht Wochen eine kleine Tochter.“

Mahlsdorf oder Zehlendorf?
Czaja: „Beides ist grün und idyllisch. Bis zu meinem 30. Lebensjahr habe ich in Marzahn-Hellersdorf gewohnt. Dann ist meine Frau aus NRW nach Berlin gezogen und wir sind aus dem grünen Mahlsdorf, dem Dahlem des Ostens, in das Original im Westen gezogen. Ich habe oft frühe Termine, dann fährt man aus Mahlsdorf richtig lange, um pünktlich da zu sein. Auch bei meinen häufigen Reiseaktivitäten habe ich aus Steglitz-Zehlendorf einfach kürzere Wege.“

Alexanderplatz, Breitscheidplatz oder Regierungsviertel?
Czaja: „Berlin hat ja historisch-bedingt nicht so eine klassische Mitte. Wenn jemand neu nach Berlin kommt, würde ich ihm empfehlen, erst Breitscheidplatz, dann Alex, dann Regierungsviertel. Zuerst der Breitscheidplatz, weil sich dort alle treffen. Die, die gerade aus dem Büro kommen, die Touristen, die Berliner. Am Alex durchmischt sich das nicht ganz so. Dort ist irgendwie immer so ein latentes Gefühl der Hektik und leider auch der Angst da. Gerade in den Abendstunden.“

Auto oder ÖPNV?
Czaja: „Derzeit ist das ein Mix. Gerade mit dem Kinderwagen ist der Bus bequemer – einfach rein und nicht noch alles auseinander bauen, damit es ins Auto passt. Aus der Betroffenheit heraus erlebe ich übrigens das Problem der Barrierefreiheit ganz neu. Mit dem Kinderwagen und den fehlenden Fahrstühlen, das kann schon anstrengend sein.
Der derzeitige Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik ärgert mich enorm. Häufig wird nur noch zugunsten eines Verkehrsteilnehmers gedacht, anstatt etwas für ÖPNV, Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer gleichermaßen zu tun. Es bringt gar nichts, Hauptstraßen, die sowieso Nadelöhre sind, jetzt für Radfahrer zu verknappen. Das ist genau so ein Irrsinn wie die brandgefährlichen Begegnungszonen, bei denen Parkplätze wegfallen und Kinder direkt neben vorbeifahrenden Fahrzeugen spielen sollen. Bewachte Fahrradstellplätze und ein gutes Verkehrsleitsystem, das sind Ideen, von denen alle etwas haben.

Spreewald oder Südsee?
Czaja: „Als nächstes haben wir tatsächlich die Ostsee geplant. Im Spreewald liebe ich die Gurken, ansonsten sind mir da oft zu viele Mücken. [lacht| Abgesehen davon bin ich auch gerne in Österreich unterwegs. Mit Kind bieten sich lange Reisen jetzt erstmal ohnehin nicht mehr an.“

Hochhäuser am Alex oder Wohnungen auf dem Flugfeld in Tegel?
Czaja: „Berlin muss sich insgesamt entwickeln. Um 50.000 Menschen wächst die Stadt jedes Jahr – das ist in fünf Jahren ein Berliner Bezirk mehr. Deshalb ist es wichtig, dass auch in die Höhe gebaut werden darf. Es müssen ja schließlich 125.000 Wohnungen geschaffen werden. Was Berlin vor allem fehlt, ist ein Baulückenkataster: eine Erfassung, wo welche Freiflächen sind und wem diese gehören. Dieses Flächenpotenzial muss dann genutzt werden. Das bringt mehr, als darüber nachzudenken den Flughafen Tegel zuzumachen. Denn den brauchen wir für die Stadt, für ihren wirtschaftlichen und touristischen Erfolg.“

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © XAMAX

 

Info

Curry 36
Filiale Mehringdamm
Mehringdamm 36
10961 Berlin
Telefon 030 2580088336
Öffnungszeiten täglich 9 bis 5 Uhr

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