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Auf eine Currywurst mit … Tim Fischer

Im kommenden Jahr feiert Chansonnier Tim Fischer 30-jähriges Bühnenjubiläum – und das mit gerade einmal 45 Jahren. Dass der gebürtige Oldenburger, trotz einiger gesundheitlicher Rückschläge, nichts anbrennen lässt, beweist ein Blick in seinen Terminkalender. Fischer tourt unermüdlich durch die Republik, steht zwischendurch noch als Schauspieler vor der Kamera und engagiert sich ehrenamtlich. Wir haben den grundsympathischen Musiker, der seit Anfang der 90er Jahre in Berlin zu Hause ist, auf eine Currywurst eingeladen.

BLO: Mit Darm oder ohne?
Tim Fischer: „Unbedingt mit. Der Darm ist wahrscheinlich das Beste an der ganzen Wurst. [lacht] Nein im Ernst: Ich brauche einfach das knackige, ohne Darm ist das so schwammig und uferlos. Ich habe tatsächlich schon viele Currywurst in meinem Leben gegessen – auch hier an der Bude gleich neben dem BKA. Nach der Show will man oft einfach nur ins Bett. Und dann geht so eine Wurst eben schön schnell.“

Kochen oder bekochen lassen?
Fischer: „Ich stehe selbst sehr gerne hinter dem Herd. Kochen ist für mich auch so eine Art Therapie. Auf der Bühne ist ja viel geistige Arbeit zu leisten und dann ist das für mich einfach ein guter Ausgleich. Was mit den Händen zu tun, etwas zu brutzeln und gleich das Feedback zu bekommen von den Leuten, für die man kocht, das ist einfach toll.
Was die Küchenrichtung angeht, bin ich ziemlich weit gefächert. Ich mag eigentlich auch ganz einfache Sachen, also in Richtung Hausmannskost. Zum Beispiel Linsensuppe mit Wiener Würstchen. Die habe ich neulich erst gekocht – und was soll ich sagen: Die schmeckten genauso wie aus der Dose. [lacht] Aber immerhin weiß man, was drin ist.“

Wochenmarkt oder Discounter?
Fischer: „Wenn ich Zeit habe und das passt, dann kaufe ich sehr gerne auf dem Markt ein. Regionales und Saisonales vor allem. Bei mir in Mitte ist der Kollwitzmarkt gleich um die Ecke. Obwohl der ja jetzt auch etwas eingeschränkt ist, weil sich Anwohner beschwert haben.“

Ost- oder Westteil der Stadt – wo fühlen Sie sich zu Hause?
Fischer: „Immer noch im alten West-Berlin, ich werde wahrscheinlich auch wieder umziehen. Denn eigentlich bin ich im Alltag meistens hier unterwegs – auch wenn es nur zum Zahnarzt geht. Wenn man dann immer eine Stunde fahren muss, dann sitzt man irgendwann nur noch in der U-Bahn, für die ich zwar eine Jahreskarte habe, aber trotzdem: Ich könnte in keiner anderen Stadt als in Berlin leben – aber teilweise sieht man auf diesen Wegen schon krasse Dinge. Da hätte ich einfach gerne etwas mehr Zeit für mich.“

Haus am See oder Altbauwohnung – wo leben Sie in 15 Jahren?
Fischer: „Wenn dich Berlin einmal hat, dann hat es dich. Wie viele meiner Kollegen hatte ich auch schonmal das Bedürfnis, raus in die Natur zu ziehen, an die Luft. Aber es hat sich rausgestellt: Ich brauche die Stadt einfach. Ich habe ja gerade in der Serie „Babylon Berlin“ mitgespielt [Die Serie spielt im Berlin der 20er Jahre und basiert auf einer Krimireihe von Volker Kutscher, Ausstrahlung beim Bezahlsender Sky ab 13. Oktober, Anm. d. Red.] und seitdem sehe ich Berlin auch nochmal mit ganz anderen Augen.“

Spreewald oder Südseee?
Fischer: „Ich bin mit einem Kubaner verheiratet, von daher reisen wir oft nach Kuba oder Spanien. Aber das schöne Berliner Umland weiß ich auch zu schätzen, beispielsweise zum Kanu fahren.“

Digital oder Schallplatte?
Fischer: „Ich suche bei jedem Gerät eigentlich noch die Kurbel. [lacht] Da ich viel umgezogen bin, habe ich irgendwann meine Schallplatten an einen guten Freund vererbt, bei dem sie gut aufgehoben sind. Wenn ich mal etwas von Janis Joplin analog hören will, dann kann ich ihn jederzeit besuchen. Mein ewiger Klassiker ist wohl „Kann denn Liebe Sünde sein“ von Zarah Leander.“

Stimmband-Operation und Hörsturz – wie haben Sie es geschafft, als Sänger am Ball zu bleiben?
Fischer: „Im Leben stoßen einem oft ganz krasse Dinge zu. Und man denkt: Das wirft dich jetzt komplett aus der Bahn. Aber dann merkst du, was die Medizintechnik und der Körper für fantastische Dinge zu leisten imstande sind. Daher habe ich im Grunde ganz viel Positives aus diesen Erfahrungen mitgenommen.“

 

Sie möchten Tim Fischer in Berlin live erleben? Noch bis zum 8. Oktober gastiert er mit seinem Programm „Absolut!“ in der Bar jeder Vernunft. Die nächsten Konzerte in Berlin finden statt am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag sowie im Februar 2018.

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © XAMAX

 

Info

Curry 36 
Filiale Mehringdamm
Mehringdamm 36
10961 Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030 25800 88336
Öffnungszeiten täglich 9 bis 5 Uhr

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