Walter Kreye, Curr36, Currywurst, berlin

Auf eine Currywurst mit … Walter Kreye

Ein Nordlicht in der Hauptstadt. Seit 2003 lebt der gebürtige Oldenburger Walter Kreye mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Berlin. Der Schauspieler, der sich sowohl auf der Bühne als auch im Fernsehen zu Hause fühlt, erlebte hier nicht nur rosige Zeiten. 2011 erkrankte er an Krebs, wurde daraufhin als Hauptkommissar in der ZDF-Serie „Der Alte“ entlassen und musste einige Zeit pausieren. Mittlerweile ist Kreye mit voller Kraft zurück. Wir haben ihn in seinem Heimat-Kiez Charlottenburg auf eine Wurst eingeladen.

Mit Darm oder ohne?

Walter Kreye: „Das ist mir egal. Ich esse beides und komme einfach nicht dahinter, was genau die Unterschiede sind. [lacht] Mit Darm, hat sie etwas mehr Biss, kann das sein?“

Kochen oder bekochen lassen?

Kreye: „Auch beides. Ich gehe zum Beispiel gerne ins Gasthaus Lentz am Stuttgarter Platz. Die haben tolle Bratkartoffeln. Wenn ich ganz fein essen gehen möchte, bin ich gerne im Engelbecken. Dort hat mich noch nie ein Gericht enttäuscht. Sie nehmen einfach richtig gute Zutaten – dafür ist es eben etwas teurer.

Ich koche aber auch sehr gerne selbst. Bratkartoffeln zum Beispiel, da loben mich meine Mädels immer. Gurkengemüse bereite ich auch gerne zu. Und ich kann eine sehr gute Fischsuppe kochen. Ich muss jetzt nicht wie in Marseille noch Schalentiere dabei haben. Nur mit zwei bis drei Kochfischen mag ich sie am liebsten. Dann ist das eigentlich ganz simpel.“

Hamburg oder Berlin?

Kreye: „Eigentlich gehört mein Herz Hamburg. Ich bin ein wilder Norddeutscher. Aber irgendwie haben wir über Hamburg gar nicht nachgedacht, als wir 2003 wieder zurück in die Stadt wollten, vor allem meiner Frau [die Schauspielerin Sabine Wegner, Anm. d. Red.] zuliebe. Obwohl unser damaliges Haus an der Nordsee war und das ja nahe gelegen hätte. Aber in Hamburg spielt Geld schon eine ganz große Rolle, das bekommst du überall in der Stadt um die Ohren gehauen.

Wenn du dagegen in Berlin in eine Kneipe gehst, dann guckt keiner, welche Schuhe du anhast oder mit welchem Auto du vorgefahren bist. Das ist alles viel relaxter, das mag ich schon sehr. Ich habe ja auch in den 80er Jahren schonmal hier gelebt. Nur das Meer vermisse ich, obwohl Berlin natürlich auch unglaublich viel Wasser hat.“

Ku’damm oder Savignyplatz?

Kreye: „Früher war der Savignyplatz quasi meine gute Stube. Heute hat sich das Ganze ein paar Meter nach Westen Richtung Stuttgarter Platz verschoben. Aber neulich war ich das erste Mal nach langer Zeit endlich mal wieder im Diener Tattersall. Das ist immer noch eine wunderbare Kneipe.“

Auto, S-Bahn oder Fahrrad?

Kreye: „Ich fahre gerne Auto, aber in der Stadt für kleinere Strecken nutze ich vor allem das Fahrrad. Bei fast jedem Wind und Wetter. Die mangelnden Radwege sind allerdings schon ein Problem. An bestimmten Stellen fahre ich nicht auf der Straße, das traue ich mich einfach nicht. Zum Beispiel auf der Kantstraße, das ist zum Teil lebensgefährlich. Zum Glück hat Berlin vielerorts riesige Trottoirs. Wenn du dort vorsichtig fährst und die Leute nicht behinderst, dann kann man sich da einigen. Es ist ganz selten, dass jemand dich anblafft.“

Draußen oder drinnen?

Kreye: „Ich bin schon gerne draußen im Freien. Abgesehen vom Radfahren habe ich ja zwei Hunde, mit denen ich viel unterwegs bin. Das sind beides Mischlinge vom Allerfeinsten. Fritzi ist mir in Spanien zugelaufen vor sechs Jahren als ich so krank war. Cooper ist der Größere und ein Mix aus Border Collie und Nova-Scotia-Retriever. Da kenne ich auch die Eltern, die kommen hier aus Berlin.“

Schaubühne oder Renaissance Theater – wo genießen Sie persönlich das kulturelle Berlin?

Kreye: „Natürlich gucke ich mir alles an am Renaissance Theater. Schon wegen der tollen Kollegen. Aber ich gehe auch wahnsinnig gerne in die Schaubühne. Was der Ostermeier [der künstlerische Leiter Thomas Ostermeier; Anm. d. Red.] dort macht mit seinem Ensemble, finde ich wahnsinnig spannend. Das Berliner Ensemble würde mich jetzt interessieren. Da muss man mal gucken, was jetzt so passiert unter dem neuen Intendanten. Ansonsten schätze ich an Berlin auch die Philharmonie und die unglaublich schönen Museen. Ich bin ja verknallt in die Gemäldegalerie. Ich verstehe immer gar nicht, dass die das da alles umgestalten wollen. Kein Mensch weiß, warum. Ich liebe es dort. Solange es das noch in der Form gibt, bin ich froh.“

Ostsee oder Mittelmeer?

Kreye: „Ich liebe Mallorca. Das ist ein wunderschönes Juwel. Und die gehen unglaublich schlau mit der Insel um. Du siehst keine blöden großen Reklametafeln, sondern vielerorts unberührte Natur. Wir haben im Südosten eine kleine Hütte gemietet. Rund ums Dorf gibt es nur Mandelbäume, Schafherden, bunte Wiesen und sonst nichts. Wer sich auf Mallorca amüsieren will, geht woanders hin. Solche Touristen kennen die idyllischen Ecken überhaupt nicht.“

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © XAMAX

 

Info

Derzeit arbeitet Walter Kreye an einem „wunderbaren Hörbuch-Projekt“ und freut sich auf die Fortsetzung der Netflix-Serie Dark. Ab Juni ist er außerdem im Stück „Im weissen Rössl“ am Renaissance Theater live zu erleben.

Curry 36
Filiale am Bahnhof Zoologischer Garten
Hardenbergplatz 9
10623 Berlin
Öffnungszeiten täglich 8:00 – 5:00 Uhr

Wie hat Ihnen der Beitrag gefallen? Jetzt bewerten!
Keine Kommentare

Kommentar verfassen