Ein Berliner Leben – rs2-Radiomoderatorin Gerlinde Jänicke

Geboren wann / in: 1973 im Benjamin Franklin-Klinikum in Berlin-Steglitz.
Darum bin ich in Berlin gelandet: Mein amerikanischer Großvater war in Berlin stationiert und hat seine ganze Familie inklusive meiner Mutter mitgenommen. Hier hat sie meinen Vater kennengelernt.
Bezirk: Ich bin in Berlin elf oder zwölf Mal umgezogen, habe aber immer im Südwesten gelebt. Also Steglitz-Zehlendorf. Aktuell wohne ich in der Nähe meines Senders in der Schlossstraße.
Berlin in 3 Worten: Großmütig. Verzeihend. Kreativ.

BLO: Was hat die Stadt dir gegeben?
„Ich bin dank Berlin sehr offen und neugierig. Und ich weiß, was ich will. Denn Berlin sagt: ‚Na komm und mach. Gib dir Mühe. Aber mach.‘ Es sind dir keine Grenzen gesetzt. Du musst aber durchsetzen wollen, was du dir vorgenommen hast. Wenn du sagst, ich komme nach Berlin und will Puppen basteln mit einem Auge für Kinder mit einem Auge, dann gibt die Stadt dir die Energie, das umzusetzen.“

Was gibst du der Stadt?
„Ich mache hier seit 25 Jahren Radio. Ich glaube, dass Menschen, die lange hier leben, gar nicht an mir vorbeikommen. Überall hängen Plakate oder man kennt eben meine Stimme. Es wäre zwar nicht tragisch für die Stadt, wenn ich morgen auf einmal verschwunden wäre. Aber durch mich geht alles, was durch Berlin geht. Ich verströme so eine Mischung aus Grunewald-Luft und U-Bahn-Geruch.“

Wofür schlägt dein Herz in Berlin?
„Für das sensationelle Essen! Ich habe nirgendwo sonst so eine tolle Vielfalt erlebt. Überall in der Stadt gibt es kleine Diamanten. Zu meinen Lieblingen gehört das Restaurant Glass. Das Essen ist wahnsinnig kreativ. Ein Gericht nennt sich zum Beispiel „Tempelhofer Feld“. Das ist ein kleiner Haufen Erde – in Wirklichkeit geröstetes Pumpernickel – mit Gemüse drauf. Generell wird man hier ganz selten über den Tisch gezogen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt fast immer.“

Wo schlägt das Herz der Stadt?
„Schwierig. Berlin sind ja sieben Städte in einer. Du hast Paris, London, New York, den Potsdamer Platz, Gendarmenmarkt oder die Wilmersdorfer Witwen-Gegenden, wo die Damen mit blauen Haaren sitzen und ihr Törtchen essen. Mein persönlicher Mittelpunkt liegt aber irgendwo zwischen Grunewald und KaDeWe.“

Wofür reißt du in Berlin die Schnauze auf?
„Ich bin wirklich sehr berlinerisch – rau und tough und ehrlich. Gleichzeitig sehr offen. Authentische Ehrlichkeit ist für mich typisch Berlin. Ich reagiere sehr harsch, wenn jemand jemandem weh tut. Dann gehe ich dazwischen. Ich selbst fühle mich aber überall in der Stadt sicher.“

Beschreibe deinen liebsten Ort in Berlin.
„In der Garystraße in Dahlem gibt es einen Park. In dem steht eine kleine Holzhütte mit einem Reetdach. An diesem Ort haben früher die Amis ihr Barbecue gemacht. Schon als kleines Kind bin ich oft dort gewesen. Wenn ich heute sehr romantisch bin, gehe ich wieder dorthin. Entweder alleine oder mit jemandem, dem ich meinen geheimen Ort zeigen möchte. In dem kleinen Park fühle ich mich immer wohl, drehe mit dem Hund ganz viele Runden und grüße dabei jeden. Einen tollen Sonnenuntergang hat man dort. Und nette Menschen.“

Berlin genießt man am besten …
„… auf dem Wasser. Dann sieht man Berlin von der Rückseite. Im Sommer mache ich viele Bootstouren, egal ob mit einem Dampfer auf der Spree oder in einem Tretboot. In Köpenick kann man sich führerscheinfrei Motorboote mieten und damit nach Klein-Venedig fahren. Einfach wunderschön!“
Wer Gerlinde Jänicke live erleben möchte, schaltet am besten montags bis freitags zwischen 5 und 10 Uhr morgens den Radiosender 94.3 rs2 ein und startet mit ihrer Morgenshow „Gerlinde Jänicke & Friends“ in den Tag.

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © 94,3 rs2

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