Meystersinger, gewinnspiel

„Ein echtes Berliner Gesamtkunstwerk!“

2010 hoben die Musiker Luci van Org (ehemals Lucilectric) und Roman Shamov (Ex-Rumelsnuff-Mitbegründer) ein gemeinsames Projekt aus der Taufe. Als Meystersinger touren sie seitdem äußerst erfolgreich durch die Clubs und Off-Locations der Hauptsdtadt. Im Gepäck: Zwei Stimmen, die unfassbar gut ineinandergreifen, und Elektro-Klänge, die den Spirit der 80er mit modernem Clubsound verbinden.

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für das Meystersinger Record-Release-Konzert am 5. Mai und haben die beiden Musiker zum Interview getroffen.

BLO: Wo haben Sie sich kennengelernt?
Luci & Roman: „Irgendwann vor Anbeginn der Zeit, als das, was wir Energie nennen, noch nicht beschlossen hatte, sich zum Universum zu verklumpen, da waberten, so etwa in der Mitte des unendlichen Raumes, zwei… was auch immer… und dann machte es Ding… Dong, Boooooooooooommm und der gigantischste nur vorstellbare Urknall erschuf alles, was ist und sein wird und …
So in etwa hat es sich angefühlt, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind. In Lucis Esszimmer. Bei einer Probe für ein Hochzeitslied. Roman war mit dem einen, Luci mit dem anderen Teil des Paares befreundet – und dann ganz schnell wir beide.“

Wie entsteht ein neuer Meystersinger-Song?
„Es beginnt damit, dass wir gemeinsam etwas sagen wollen, was uns wichtig ist – wobei wir vorher meist lange darüber reden und lachen und auch verschiedener Meinung sind, was das gerade genau ist. Wenn wir es dann wissen, wird gemeinsam getextet und eine Melodie gefunden und dann werden Sounds programmiert und es wird Gesang aufgenommen und gemischt… Wobei natürlich endlos weiter geredet und gelacht und auch bisweilen furchtbar gestritten wird über das, was wir texten, an Tönen und Sounds finden und programmieren und aufnehmen sollen. Wir sind in vielen Charakterzügen extrem gegensätzlich und darum oft wieder wie ein passendes Gegenstück füreinander – oder ein Spiegelbild.“

Wie viel Berlin steckt in der neuen Platte „Frieden“?
„Wir beide sind Urberliner – und weil unsere Heimatstadt sich nun einmal gern überall in den Vordergrund drängelt, steckt wohl in allem, was wir tun, ein dicker, fetter Anteil Berlin. Da noch dazu Roman aus dem ehemaligen Ostteil und Luci aus dem ehemaligen Westteil unserer Stadt stammt, sind Meystersinger ein echtes Gesamtberliner Gesamtkunstwerk.“

Welches ist Ihre liebste Berliner Konzert-Location? 
„Das ist sehr, sehr, schwer zu beantworten, das Berghain war toll, das Tipi, die Volksbühne und die Schaubühne, das BKA-Theater am Mehringdamm, in dem wir jetzt unser Record-Release-Konzert geben ist wunderbar. Eigentlich waren alle Locations in Berlin der Hammer, die Wabe, das Theater unterm Dach, das Rauschgold, das Orange Lab. Letztendlich überall dort, wo Menschen gewillt sind, mit uns ins Meystersinger-Universum abzutauchen. Völlig egal, ob es in einem Club, einem Wohnzimmer, einem Theater, einem Garten oder auf einem Friedhof ist. Dank unseres speziellen Bühnenaufbaus und unserer kräftigen Stimmen benötigen wir für einen Auftritt an kleineren Orten nur eine Steckdose. Ansonsten vielleicht noch etwas Dunkelheit, damit man unsere Lichtshow sehen kann – aber wir haben auch schon tagsüber sehr feine Konzerte gegeben.“

Wo war Ihr ungewöhnlichster Auftritt in der Stadt?
„Der war im Sommer 2013 vor dem Brandenburger Tor. Vor einer halben Million Menschen spielen wir dann doch noch nicht so oft …“

Was lieben Sie an Berlin und was können Sie an der Stadt so gar nicht leiden?
Luci: „Da Berlin meine Ursuppe ist, liebe ich auch das, was sonst immer alle verfluchen. Den Müll, den Lärm, die Hundekacke, die Enge in der U-Bahn oder die langen, fiesen Winter – auch, wenn ich die alles andere als toll finde. So, wie man an geliebten Menschen ja auch und ganz besonders die Macken und Ecken und Kanten liebt.

Probleme habe ich nur mit Menschen, die von wo auch immer hier herziehen, sich nach zwei Wochen als „Berliner“ bezeichen, dabei den Eigenheiten der Urberliner nicht den geringsten Respekt entgegenbringen, sondern stattdessen alles besser wissen und ändern wollen. Mal ehrlich – ich erzähle Alm-Öhi ja auch nicht, wie sein Berg ruft oder einem Schwaben, wie man richtig Spätzle schabt… Also, liebe Neuberliner, bisschen mehr Neugier und Zurückhaltung, dann haben wir Euch auch ganz schnell viel lieber.“

Roman: „LIEBE: Berlin is meene Heimatstadt, watt soll ick sagen, Berlin ist bunt, voller Energie, der Menschenmix aus aller Welt ist super, die unendliche Kreativität, Unter den Linden, die Goldelse, der Tiergarten, die Warschauer Straße, all die wundervollen Orte der Vergangenheit und der Gegenwart. Dass Berlin sich an verschiedenen Orten für mich überhaupt nicht so anfühlt wie Berlin, finde ich nach wie vor faszinierend, diese schier unerschöpfliche Vielfalt ist unglaublich. Der Fernsehturm, der mich immer wacker begrüßt wenn ich vom vielen Reisen wieder heimkehre, der hat auch gemacht, dass ich in den 90ern nicht nach New York, zu meiner jüdischen Familie gegangen bin.“

Nicht so doll LIEBE: Berlin ist laut, voll, stinkt immer wieder sehr gerne recht stark, sieht hier und da inzwischen einfach auch ma richtig Scheiße aus. Ick finde dit Stadtschloss zum Kotzen zum Beispiel, nervt, drückt mir immer wieder maßlos auf alle Alarmknöpfe. Berlin, vor allem die Spree und auch andere Flüsse, ist richtig eklig dreckig und hat an allen Ecken Baustellen, an denen scheinbar nie etwas passiert. Das macht mich wahnsinnig manchmal. Wenn ich es dann aber doch mal schaffe in die Natur rauszufahren und alle Fünfe gerade sein zu lassen, frage ich mich heimlich, wie ich es eigentlich schaffe, mein Leben so zu leben, wie ich es tue, in diesem Moloch Berlin. Aber dann denke ich auch ganz schnell wieder an was anderes und freue mich einfach als Berliner, Berlin treu geblieben zu sein. „I love you, du blöde Sau“, drückt es eigentlich ganz gut aus.“

Text: Eve-Catherine Trieba
Bild: © Promo

 

Info

Wer Tickets für das Konzert am 5. Mai im BKA-Theater gewinnen möchte, schickt eine Mail mit dem Betreff „Meystersinger“ an redaktion@berlinerlebenonline.de. Viel Glück!

Teilnahmeschluss ist der 4. Mai 2017

Achtung: Der Gewinn wird nicht versandt, die Karten werden an der Abendkasse hinterlegt. Teilnehmen darf jede Person ab 18 Jahren, die diese Teilnahmebedingungen akzeptiert. Pro Person und E-Mail-Adresse ist nur eine Teilnahme möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Aktion gilt nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der ausgeschriebene Preis ist nicht übertragbar und kann nicht geändert oder gegen Bargeld eingetauscht werden. Haftungsausschluss: Berliner Leben Online behält sich das Recht vor, insbesondere aus technischen Gründen, die Erreichbarkeit des Gewinnspiels einzuschränken oder für einen vorübergehenden Zeitraum auszusetzen. Hieraus resultieren keine Ansprüche gegen Berliner Leben Online. Berliner Leben Online haftet nicht für Sach- und/oder Rechtsmängel an Preisen.

 

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