Fasten für Berliner.

Schluss mit Pappnasen, Konfetti und kostümierten Filmrissen! Die „närrische Zeit“ ist vorbei. Und das ist auch gut so, werden sicher einige sagen. Wir Berliner sind schließlich eher als Karnevalsmuffel bekannt. Lasst uns also auf das Wesentliche konzentrieren.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Im religiösen Sinne Buße tun. 40 Tage bis Ostern. Doch auch ganz weltlich betrachtet, ergibt das Fasten Sinn. Der bewusste Verzicht auf Alkohol, Fleisch, oder Zigaretten hilft zu Entschlacken und zu Entgiften. Sei es einmal in der Woche, in einer speziellen Fastenkur oder eben für die Zeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag.

Doch Fasten muss längst nicht beim Essen, Trinken oder Rauchen aufhören. Es lohnt sich auch (zumindest zeitweise), auf Marotten, Routinen und schlechte Angewohnheiten zu verzichten. Hier sind drei Vorschläge speziell für uns Berliner und unsere Eigenarten:

Entschleunigen.

In unserer Hochgeschwindigkeitsgesellschaft gilt: schneller, höher, weiter. Gas geben. Immer der Erste sein. Wieso eigentlich? Die Ku´damm-Raser sind gerade noch in aller Munde. Doch auch so manche Mutti auf dem Weg zum Kindergarten gibt mächtig Speed. Das bringt doch nichts! Ist Ihnen nicht auch schon einmal aufgefallen, dass die, die Sie mit quietschenden Reifen überholen, an der nächsten Ampel unmittelbar vor Ihnen stehen? Wieso also nicht mal einen Gang runter schalten?! Entspannter ankommen. Und was fürs Autofahren gilt, kann man auch für andere Gelegenheiten anwenden: Nicht hetzen – weder sich selbst noch andere.

Digital Detox.

Immer und überall erreichbar sein. Die Straßen und U-Bahnen unserer schönen Hauptstadt sind voll mit sogenannten Smombies – Menschen, die wie Zombis auf Ihre Smartphones starren. Sekunden vorm Schlafengehen Facebook checken? Gleich nach dem Aufstehen den ersten Tweet absetzen? Bullshit! Legen Sie doch mal das Handy beiseite. Schauen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen, genießen sie ein „echtes“ Gespräch oder ein paar Minuten der Stille. Die Welt ist nicht so digital, wie alle gerne glauben. Schalten Sie die winzigen Bildschirme ab. Gönnen Sie Ihren Augen eine Pause, entgiften Sie sich von all dem medialen Überfluss.

Freundlich sein.

Wir Berliner haben nicht gerade den Ruf, besonders freundlich zu sein. Neben unserem großen Herz kennt jeder die mindestens ebenso große Berliner Schnauze. Der Ton ist direkter (manche meinen ehrlicher), lauter, rau. Pöbelnde Radler, hupende Autofahrer. Bitte und Danke? Keine Zeit dafür! Dabei ist es doch gar nicht so schwer, einem Fremden einfach mal ein Lächeln zu schenken. Und wenn es nur sei, um das griesgrämige Gegenüber mit Freundlichkeit zu irritieren. Machen Sie ein Kompliment, wenn Sie es ernst meinen. Das tut nicht weh und anderen gut. Setzen Sie auf den Domino-Effekt: Jede Freundlichkeit könnte andere inspirieren, gutgelaunt ein weiteres Lächeln zu verschenken.

Viel Spaß beim Gewinnen durchs Verzichten.

 

Text: Michael Falk
Foto: © Markus Spiske / Pixabay

Wie hat Ihnen der Beitrag gefallen? Jetzt bewerten!
Keine Kommentare

Kommentar verfassen