Eloy, Auf eine Currywurst mit, Curry36, Berlin

Auf eine Currywurst mit … Eloy

Nicht nur seine Stimme brachte in den 90er Jahren unzählige Mädchenherzen zum Schmelzen. Doch sein privates Glück fand Sänger Eloy erst nach dem Ende der Boyband Caught in the Act und seinem Coming-out 1999. Heute lebt Eloy mit seinem Partner und der gemeinsamen Tochter Indy in den Niederlanden – und hat gerade sein erstes deutschsprachiges Solo-Album „Kopf aus – Herz an“ veröffentlicht. Mit durchschlagendem Erfolg. Denn nicht zuletzt die Fans von früher halten ihrem Eloy bis heute die Treue. Wir haben mit ihm über die Stadt Berlin, das Erwachsenwerden und seine kleine Familie gesprochen.

Mit Darm oder ohne?

Eloy: „Das weiß ich so genau gar nicht. [lacht] Aber ich liebe Currywurst und nehme am liebsten gleich zwei mit Pommes. Als ich letztes Jahr mit Caught in the Act im Tempodrom war, da habe ich hier auch eine Wurst gegessen.“

Berlin – fremd oder vertraut?

Eloy: „Zum ersten Mal war ich in Berlin, als wir für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ gedreht haben. Das war Mitte der 90er. Das Gute damals war, dass wir noch nicht prominent waren. Wir konnten also ganz unkompliziert die Stadt erkunden. Bis heute liebe ich Berlin sehr und mein Partner Ibo und ich überlegen auch, uns hier eine Wohnung zu kaufen. Man kann in Berlin so sein, wie man ist und das Miteinander-Leben funktioniert super. Es ist eine offene Stadt. Für mich ist Berlin ein bisschen wie das europäische New York. Denn man spürt hier Kreativität und einen besonderen Spirit. Außerdem steckt die Stadt voller Geschichte. Checkpoint Charlie oder die Gedenkstätte Berliner Mauer, so etwas schaue ich mir gerne ab. Denn dort kann man die Historie wirklich nachvollziehen.“

Niederlande oder Deutschland – wo liegen die Unterschiede?

Eloy: „Ich lebe mit meiner Tochter und meinem Partner in Utrecht – sehr privat. Hier in Deutschland erkennen mich die Leute und ich werde oft angesprochen. Dafür bin ich total dankbar. Deutschland fühlt sich an wie meine zweite Heimat. Ich mag die Menschen, obwohl ich natürlich nicht sage, dass hier alle gleich sind. Auch als Holländer spüre ich, dass es ein Unterschied ist, ob man in Köln unterwegs ist oder in Berlin oder in München.“

Niederländisch oder deutsch – in welcher Sprache können Sie besser über Gefühle sprechen?

Eloy: „Als wir angefangen haben, mein erstes deutschsprachiges Album „Kopf aus – Herz an“ aufzunehmen, da haben ich ganz lange mit meinem Produzent zusammengesessen und geredet. Denn ich wollte auf diesem Album meine Lebensgeschichte erzählen. Das war sehr intensiv. Damals mit Caugh in the Act habe ich zwar auch schon über die Liebe gesungen. Aber erst wenn man älter ist, weiß man wirklich, worüber man da spricht. Jetzt kann ich meine Gefühle viel besser rüber bringen – und dabei ist es egal, ob ich auf holländisch oder auf deutsch singe. Die Grammatik ist zwar schwieriger, aber schlussendlich ist es vollkommen egal, ob ich alles richtig ausspreche oder nicht. Denn Gefühle kennen keine Sprachbarrieren.“

Pop oder Schlager?

Eloy: „Ich glaube generell nicht an solche Labels. Wenn ich statt „Love Is Everywhere“ auf deutsch „Liebe ist überall“ singe, dann heißt es gleich, das ist Schlager. Dabei ist Schlager ja auch nur ein Wort für etwas, was ganz breit gefächert ist. Es gibt zum Beispiel die Lederhosen-Geschichten und auf der anderen Seite Helene Fischer. Das hat nicht viel miteinander zu tun, nur dass man eben eine Sprache nutzt. Man muss mal den Kopf aus dem Sand nehmen: Ob man es jetzt Schlager nennt oder deutschsprachige Popmusik, das ist doch egal. Es zählt nur, ob man Freude hat beim Anhören. Dass ich jetzt so viel Erfolg mit meinem Soloalbum habe, das ist ein großes Geschenk. Ich bin ganz schnell von der Branche in die Arme genommen worden, auch das ist klasse.“

Ein gut organisierter Terminkalender oder viel gemeinsame Zeit – was ist für eine Patchwork-Familie besonders wichtig?

Eloy: „Das Wichtigste für Kinder ist Stabilität. Egal ob Patchwork-Familie oder nicht. Wir haben immer gesagt: Egal welche beruflichen Wege wir gehen, diese Stabilität muss für unsere Tochter Indy da sein. Sie lebt Montag, Dienstag und Mittwoch bei den Papas und Mittwoch, Donnerstag und Freitag bei ihrer Mutter. An den Wochenenden wechseln wir uns ab. Das klappt prima. Denn mindestens einer von uns Papas hat immer Zeit und außerdem leben auch noch meine Schwiegereltern im gleichen Haus wie wir. Das gibt einem zusätzliche Sicherheit. Es darf nie so sein, dass die Pläne von Indy sich nach uns richten müssen. Sondern umgekehrt: Wir sorgen dafür, dass Indy ihren Weg gehen kann. Sie darf nie zurückstehen hinter unserem Beruf oder hinter anderen Dingen.“

Promi oder Papa – wie erlebt Ihre Tochter beide Rollen?

Eloy: „Indy kennt natürlich beides, aber sie geht ganz locker um damit. Es hat ja auch Vorteile: Früher haben die Fans immer für mich Geschenke gekauft, heute kaufen sie etwas für Indy. [lacht] Für sie ist das normal, dass ich im Fernsehen zu sehen bin. Aber das hat nichts zu tun mit meiner Rolle daheim; zuhause bin ich immer Papa Eloy.“

Liebe zur Natur oder Sprachen – was ist das Wichtigste, was Ihre Tochter lernen soll?

Eloy: „Am wichtigsten ist, dass sie lernt, dass wir immer hinter ihr stehen und wir sie immer lieben. Für mich war das ein großes Thema, denn mein Vater hat mich nie ganz akzeptieren können. Ich habe selbst erfahren, was das macht mit einem Menschen. Indy weiß, dass wir alles, was sie entscheidet, gut finden. Es gibt auf meinem Album den Song „An deiner Seite“. Da geht es genau um das, was ich jetzt erzähle. Ob Mann ob Frau, ob kreativ wie Eloy oder Business wie mein Mann Ibo – das ist ganz egal. Wenn man sein Leben glücklich lebt, dann ist das gut.“

Herz oder Kopf?

Eloy: „Ich bin eher emotional, mein Mann eher rational. Das ist eine ganz gute Mischung. Aber man sollte lernen, aufgeschlossen zu sein für alles. Manchmal schlägt der Kopf Türen zu, wo das Herz eigentlich erstmal offen stehen würde.“

 

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: © XAMAX

 

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Curry 36
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