Auf eine Currywurst mit… Max Urlacher

Max Urlacher ist in Westberlin geboren und aufgewachsen. Beruflich kommt der 45-Jährige jedoch in der ganzen Welt herum. Er steht dabei nicht immer nur als Schauspieler vor der Kamera. Mit Franka Potente drehte er in Japan den Dokumentarfilm ‚Tokyo Tokyo’. Mit ihr zusammen schrieb er auch sein erstes Buch „Los Angeles – Berlin. Ein Jahr.“ Das Schreiben hat des dem sympathischen Urberliner generell angetan. Seinen Romanen „Rückenwind – eine Liebesgeschichte“ (Knaur) und „Die Putzi Diaries“ (Droemer) folgt diesen Herbst „Die Königin von Lankwitz“ (List). Auf diesen Berlin-Roman darf man schon jetzt gespannt sein. Für seine „Märchentherapie“ (WDR) erhielt Max Urlacher 2013 den Deutschen Kinderhörspielpreis. Neben Funk, Film und Fernsehen hat er unlängst auch zu seinen Wurzeln zurückgefunden: Nach den Salzburger Festspielen im letzten und den Nibelungenfestspielen Worms im vorletzten Jahr, steht der talentierte Tausendsassa vom 15. bis 22. Januar als Sachsenkönig Oswald auf der Bühne der Staatsoper. Auf dem Weg zu einer Probe für „King Arthur“ haben wir ihn auf eine knackige Wurst und ein paar noch knackigere Fragen getroffen.

BLO: Mit Darm oder ohne?

Max Urlacher: „Bei Curry 36, Gabis Imbiss und am Ku´damm195 immer mit. Bei Krasselts und Konnopkes immer ohne. Früher – ich bin Westberliner – gab´s Currywurst immer nur mit Darm.“

Bühne oder Bildschirm?

Urlacher: „Beides. Wenn möglich. Ich bin froh, in den letzten Jahren zur Bühne zurück gefunden zu haben. Ich habe anfangs fast ausschließlich am Theater gearbeitet. Mit Ausflügen ins Kino. Irgendwann hatte ich die Nase von den ewigen Wiederholungen voll und sechs Jahre überhaupt kein Theater gespielt. Irgendwann hat es aber angefangen, mich wieder zu jucken. Und zwar wegen so banaler Dingen wie abends beim Pförtner vorbeizugehen, um Hallo zu sagen. Ich hatte plötzlich wieder richtig Lust aufs Theater, das Publikum, die Atmosphäre, das Direkte. Das Tolle ist, ich hatte den Gedanken noch nicht mal ausgesprochen, da kamen schon die ersten Angebote um die Ecke.“

Schreiben oder Spielen?

Urlacher: „Seit einem Volontariat bei Inforadio vor ewigen Zeiten habe ich immer auch journalistisch gearbeitet. Deshalb ist mir Schreiben fast genauso wichtig wie Schauspiel. Mein ursprünglicher Plan war es mal, dass ich schreibe, wenn ich keine Aufträge als Schauspieler habe und umgekehrt. In der Praxis sieht das aber leider anders aus. Wenn ich nicht spiele, fehlen mir häufig die Ideen und die Motivation, etwas zu schreiben. Beim Spielen bekomme ich den Rückenwind, der sich auch aufs Schreiben überträgt.“

Sekt oder Selters?

Urlacher: „Sekt, Wein oder Bier trinke ich eigentlich gar nicht. Abends einen leckeren Grappa oder Whiskey oder so. Also entscheide ich mich bei dieser Frage wohl eher für Wasser.“ [lacht]

Kotti oder Ku´damm?

Urlacher: „Ganz klar: Kotti!. Ich habe zehn Jahre überm Würgeengel gewohnt. Mein erstes Buch „L.A. – Berlin“ handelt von der Dresdner Straße und erzählt Kurzgeschichten aus meiner Nachbarschaft.“

Wannsee oder Weltreise?

Urlacher: „Weltreise, aber immer mit der Perspektive, zurück zum Wannsee zu kommen. Ich habe das Glück gehabt, in den letzten Jahren auch immer mal im Ausland zu drehen. Das fand ich toll, weil ich da die Möglichkeit bekam, mit den Leuten vor Ort direkt in Kontakt zu treten. So habe ich zum Beispiel Asien oder Australien von einer ganz anderen, sehr persönlichen Seite kennen lernen dürfen.“

Club oder Couch?

Urlacher: [lacht] „Beides nicht wirklich. Ich habe zwar ´ne Couch zuhause, sitze aber nie drauf. Ich bin nicht so der Couch-Typ. Und wann ich das letzte Mal in einem Club gewesen bin, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr.“

Funk- oder Fernsehturm?

Urlacher: „Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich bin – als Westberliner – noch nie auf dem Funkturm gewesen. Ich bin als Kind aber mit meinem Vater jedes Jahr zum Ostberliner Weihnachtsmarkt an den Alex rüber. Dort sind wir immer hoch auf den Fernsehturm. Von da aus hat er dann Richtung  Westen gezeigt: ‚Guck mal, da hinten, da wohnen wir.‘ Das hat mich als Kind immer wahnsinnig fasziniert.“

Heimspiel oder Hollywood?

Urlacher: „Ich freue mich, dass ich auf der Bühne endlich mal ein Heimspiel absolvieren darf. Ich bin theatertechnisch viel rumgekommen, hatte aber noch nie Gelegenheit, außer beim Theatertreffen, in meiner Heimat Berlin auf der Bühne zu stehen. Mit King Arthur ändert sich das jetzt. Und dafür bin ich sehr dankbar. Mit Hollywood habe ich lustiger Weise nur in der Heimat was zu tun gehabt. Wenn Hollywood nach Berlin kommt, was es ja immer öfter tut.“ [Anm. d. Red.: Max Urlacher hat in der US-Serie „Homeland“, in Brian de Palmas „Passion“ und an der Seite von Tom Cruise in „Operation: Walküre“ gespielt.]

King Arthur oder King Kong?

Urlacher: „Das liegt bei uns nicht so weit auseinander. Die Inszenierung an der Staatsoper, bei der ich den Oswald spiele, ist ‚echt fett‘, anderseits sehr poetisch – wie die alte King Kong-Verfilmung. Magisch und mitreißend. Sehr eigen und besonders. Ich bin gespannt.“

Wir auch. Danke für das nette Interview und toi, toi, toi!

 

Max Urlacher in seinem Kurzfilm „Rauchende Hühner“

Text, Fotos: Michael Falk

Info

Mehr Infos über Max Urlacher gibt es hier!

Mehr zum King Arthur in der Staatsoper Berlin.

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