Peter Bause Curry36

Auf eine Currywurst mit … Peter Bause

Die Bühne ist sein Leben – und das schon seit über einem halben Jahrhundert. Peter Bause ist ein echtes Urgestein der deutschen Theaterlandschaft. Nach seiner Ausbildung an der Schauspielschule in Leipzig zog es den gebürtigen Thüringer zunächst Richtung Küste, bevor er in den 70er Jahren seinen Weg nach Berlin fand. Nach langjährigen Engagements am Deutschen Theater und dem Berliner Ensemble zieht der Schauspieler seit den 90er Jahren mit wechselnden Stücken durch die gesamte Republik. Vor allem „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind ist für viele Zuschauer fest mit Peter Bause verbunden – nach über 30 Jahren gab er vor zwei Jahren seine letzte Vorstellung des Einpersonenstücks. Wir haben den 77-Jährigen, der in Sachen Schauspiel wohl schon alles erlebt hat, zu einer Premiere der etwas anderen Art verleitet …

BLO: Mit Darm oder ohne?
Peter Bause: „Ganz egal, ich nehme, was gut schmeckt. Es ist tatsächlich so, dass ich gerade das erste Mal Currywurst esse. Obwohl ich Schauspieler bin, habe ich das nie so mitgemacht mit den Kollegen. Auch nicht in den Pausen. Ich bin da nicht so, ich wollte immer lieber durchziehen. Ein Bier dazu, das wäre allerdings toll. [lacht]“

Kochen oder bekochen lassen?
Bause: „Meine Frau kocht, ich koche überhaupt nicht. Essen gehen wir auch eher selten. Wir wohnen ja in Biesdorf und sind, wenn man so sagen will, sehr genügsam. Da wir seit Mitte der 90er zusammen auf Tournee gehen, muss man sich eine gewisse Disziplin angewöhnen. Sonst kommt man als 3-Zentner-Mensch zurück. Man weiß ja auch nicht, was da immer so rein kommt und wie das gemacht wird. Dann lieber weniger essen, aber das bedarf einer großen Essens-Disziplin.“

Zentrale Altbauwohnung oder Haus im Grünen?
Bause: „Ich lebe seit 1970 in Berlin, damals bin ich ans Deutsche Theater gekommen. In der DDR gab es ja kaum Wohnungen. Ich habe mit meiner Frau und zwei Kindern erst Unter den Linden gewohnt in einem Apartment. Das ging so natürlich nicht gut. Irgendwann hatten wir Glück und erfuhren von einem Retnerpaar, das nicht mehr für sein Haus verantwortlich sein wollte. So wurden wir stolze Besitzer eines Einfamilienhauses, in das wir immer alles rein gesteckt haben. Alle anderen haben ihre Grundstücke im Laufe der Zeit geteilt, aber wir haben uns heldenhaft geschlagen und unser Grundstück ist immer noch komplett.

Biesdorf-Nord ist generell sehr angenehm. Ein sehr ruhiges Viertel, solide, aber im Kommen. Man schätzt mich dort als Kulturmensch und wir engagieren uns auch ein Stück weit für den Kiez. Es ist eine schöne Atmosphäre dort. Durch unsere Straße fährt heute zwar Auto an Auto – aber das ist auch das einzige. Dann gehen wir halt nach hinten und haben Ruhe. Beides war ein großes Glück in unserem Leben: Erstmal in der DDR überhaupt zu kaufen – das war ja immer schwierig – und dann, dass es dort in Biesdorf einfach schön ist.“

Bühne oder Ruhestand – wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Bause: „Es klingt vielleicht merkwürdig, aber es gab und ich kann auch nichts anderes als diesen Beruf, den ich seit 56 Jahren mache. Wenn ich frei hatte, war ich unterwegs und habe die Leute da auch unterhalten. Ich war immer voller Freude für meinen Beruf und bin es noch. Es ist immer was zu tun. Privat habe ich schonmal das Bedürfnis, mich zurückzulehnen. Aber meistens nur fünf Minuten, danach assistiere ich schon wieder meiner Frau in unserem wunderbaren Garten. Das ist dann schon sehr harmonisch und sehr schön. Aber der Beruf ist für mich alles. Ich bin jetzt 77 und habe schon Verträge bis 2022 – so lange der Kopf noch mitmacht, ist das doch wunderbar.“

Deutsches Theater oder Komische Oper – wo sind Sie heute als Zuschauer gerne zu Gast?
Bause: „Wir sind kulturell schon recht aktiv. Wir haben zum Beispiel die Deutsche Oper für uns entdeckt. Die finden wir phänomenal. Generell muss ich sagen, dass ich lieber in Opern und Konzerte gehe als ins Theater. Modernes Schauspiel kann ich teilweise nicht mehr sehen, das ist nicht meine Welt. Weil es Blödsinn ist, wie erzählt und wie das Stück bearbeitet wird. Ganz zu schweigen von der Sprachqualität. Ich bin der Meinung, dass man nicht alles modernisieren muss. Das sieht man zum Beispiel daran, dass wir mit unseren Stücken immer noch richtig gut ankommen. Zum Beispiel mit „Die Physiker“ oder „Jeder stirbt für sich allein“. Das spielen wir einfach wie es ist, damit nimmt man die Leute auch mit. Meine Töchter prügeln uns aber manchmal ins Kino [lacht] und eine von beiden arbeitet am Maxim Gorki Theater, das besuchen wir natürlich auch noch. Ich halte es für ein ungeheuer lebendiges Haus. Dadurch kommen wir natürlich immer noch mit Schauspiel in Berührung.“

Text: Eve-Catherine Trieba
Foto: XAMAXX

 

Info

Curry 36
Filiale am Bahnhof Zoologischer Garten
Hardenbergplatz 9
10623 Berlin
Öffnungszeiten täglich 8:00 – 5:00 Uhr

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